Goldbach

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Allgemeine Informationen
Name Goldbach
Art Baronie im Caldrischen Imperium
Wappen/Impression
Das Wappen von Goldbach
Hintergrundinformationen
Baronin von Goldbach Isabeau Lioncouer
Vollständiger Titel Baronin von Goldbach,
Kammerfrau Ihrer Majestät
der Imperatorin Loenna von Donnerheim,
Nuntia des engonischen Kaiserreiches,
tugendhafte Tochter Lavinias,
Ratsherrin der Mittelländischen Hanse

Die Baronie Goldbach

Die Baronie Goldbach liegt im Norden des Caldrischen Imperiums und bildet den Südzipfel der Halbinsel Firngard.

Ihre nördliche Grenze bilden die Ebenen von „De Blanche“ ; der „Bois de loup“ mit den vorgelagerten Gebirgszügen stellt die westliche Grenze dar. Im Süden wird die Baronie eingefasst von der Droor, welche in die östlich liegende Bucht von Firanos und das Eismeer mündet. Die Küstenlinie wird von massiven Steilklippen dominiert, eine Ausnahme bildet der Mündungsbereich der Droor. Hier befinden sich flache Strände, die für ihr Aufkommen von Alamarstein bekannt sind.

Durch die Baronie hindurch verläuft die Reichsstrasse, welche den Hauptzugang zur Baronie darstellt. Sie beginnt in Donnerheim und verläuf in Ost-West-Richtung. Man erreicht Goldbach über das Lehen „De Muraile“ mit seinem ausladenden Wald, wecher die Strasse nördlich und südlich einfasst. Wenn man diesen hinter sich gelassen hat, zweigt nach Norden ein breiter Weg ab, welcher an der zugehörigen Fliehburg vorbei zum Kloster „St. Margherite“ führt.

Der Reichsstrasse weiter folgend kommt man an eine Kreuzung. Hier geht es gen Süden entlang des Flusses Vitesse an den Schiffsanleger, welcher sich an der Droor befindet. Die Vitesse ist aufgrund ihrer geringen Tiefe nicht schiffbar aber durch Flösse befahrbar. Nach Norden führt der Weg zwischen Feldern hindurch in das Dorf Goldbach sowie weiter folgend zur Burg Goldbach.

Im nördlichen Anschluss liegt das Lehen „De Blanche“ inmitten eines grossen Waldes. An diesen Wald schliessen sich im Norden und Osten grosse Weideflächen an, welche der Schafzucht dienen. Von der Kreuzung weiter in östlicher Richtung erreicht man ein weiteres Waldstück, durch welches die Vitesse hindurchfliesst. Eine Überquerung ist hier durch den Flösser oder etwas weiter nördlich über eine Furt möglich.

Nachdem man den Wald verlassen hat, erblickt man im Norden eine Kornmühle und kommt an einen nach Süden führenden Weg, welcher vorbei an einem Gehöft zum Lehen Merdrignac und die Ortschaft Le Amber führt. Die Droor kann hier mit einem Floss überquert werden.

Die Reichsstrasse führt weiter in nordöstlicher Richtung und führt zum Lehen „De Bucheron“. Hier hat man die Steilküste erreicht und hat einen freien Blick auf die Bucht.

Die Veste Goldbach

Sie liegt auf einer kleinen Insel inmitten des Flusses Vitesse. Diese betritt man über eine hölzerne Brücke und passiert das Torhaus, welches den Zentralteil der Umfassungsmauer bildet. Es verfügt über zwei Flankentürme, von welchen Zugänge in den Mittelbau gehen.

Solbald man dieses durchschritten hat steht man in der Vorburg. Hier befindet sich linker Hand an der Mauer die Schmiede sowie der grosse Stall mit Pferdeboxen für die Zugpferde, der Kammer des Trossweibels sowie zwei Stellplätze. Der ständige Fuhrpak besteht aus einem zweiachsigen Transportwagen sowie 2 einachsigen Karren. Bei Bedarf werden weitere Wagen hinzugezogen. Im Obergeschoss befinden sich Lager- und Quartiermöglichkeiten für die Fuhrknechte. Das Gebäude verfügt über zwei Seilzüge, mit denen Material durch die beiden Deckendurchbrüche hinauftransportiert werden kann.

Zwischen dem grossen Stall und dem Durchgang zur inneren Hof steht das Hühnerhaus.

Gegenüber des grossen Stalls, an der rechten Seite des Innenhofes, steht der Pferdestall mit weiteren Boxen für die Reitpferde der Baronin sowie Botenreiterpferde.

Wenn man die alte Mauer, welche die Vorburg von der inneren Burg trennt, hinter sich lässt, steht man direkt vor dem grossen Haupthaus. In diesem befinden sich im Erdgeschoss der grosse Saal sowie die Küche. Unterhalb der Küche befindet sich ein Eiskeller. Im Obergeschoss liegen die Kammer der Baronin, die Kammer des Feldweibels sowie Gästegemächer. Ausserdem geht von hier der überdachte Holzgang zum Bergfried. Direkt an das grosse Haupthaus angebaut ist das kleine Haupthaus mit der Schreibstube nebst den Quartieren des Waffenmeisters, des Quartiermeisters und des Fähnrichs. Desweiteren befindet sich hier ein Quartierbereich für das Gesinde, welches mit hölzernen Trennwänden versehen ist. Mit eigenem Zugang versehen liegt in diesem Gebäude auch eine kleine Laviniakapelle. Hinter dem kleinen Haupthaus liegt der Küchengarten, zu welchem eine Tür in der rückseitigen Küchenmauer führt.

An der linken Aussenmauer, neben dem kleinen Haupthaus, steht das Back- und Badehaus, in welchem mittig ein grosser Ofen eingebaut ist, welcher von beiden Gebäudehälften befeuert werden kann. Im Winkel, der durch die beiden Gebäude gebildet wird, befindet sich ein Brunnen. Gegenüber des kleinen Haupthauses, an der alten Mauer, befindet sich ein Lagergebäude mit weiteren Gesindequartieren.Ältestes Bauwerk der Burg ist der Bergfried mit seinen 5 Stockwerken, welcher rechts neben dem grossen Haupthaus steht. Das Erdgeschoss hat keine Tür und man erreicht es nur über eine Treppe. Hier befinden sich ein Brunnen und Lagermöglichkeiten für Nahrungsmittel. Auf die anderen Stockwerke verteilt befinden sich unterschiedlich genutzte Räume, unter anderem die Rüstkammer der Baronin im ersten Stock. Hier liegen das Familienschwert sowie die Jagdwaffen der Baronin. Der Zugang zum Bergfried erfolgt über die Holzbrücke vom Haupthaus. Diese Brücke kann durch die im zweiten Stock befindliche Pechnase verteidigt werden. Das vierte Stockwerk hat einen umlaufenden Wehrgang.

Die Umfassungsmauer umschliesst den gesamten Komplex. Sie verfügt über umlaufende Wehrgänge auf zwei Verteidigungsebenen.An der rückwertigen Mauer befinden sich zwei Durchgänge um einen Zugang zum Margeritengarten zu ermöglichen. Dieser Garten mit seinen kunstvoll angelegten Beeten, angelegt ausserhalb der Verteidigung, dient der Baronin als Entspannungsmöglichkeit. Die Mauer des Gartens ist Teil der ursprünglichen Burg.

Die Winkel der Umfassungsmauer werden gebildet durch quadratische Wehrtürme, welche auf allen drei Ebenen als Verteidigungsräume ausgelegt sind. Desweiteren dienen zwei der Türme als Quartierbereich für je eine Rotte der Garde. Ein weiterer kann mit abgetrenntem Bereich als Arrestmöglichkeit genutzt werden.

Die Garde des Hauses zu Goldbach

Ihr Motto lautet: „Foi jusqu´au dernier“ - „Treu bis zum Ende“

Sie besteht zuerst aus den Rittern der Baronie.
Von diesen stellt jeder 6 wehrfähige Männer als Gardisten.
Hiernach folgt die Prima Plana, bestehend aus dem Waffenmeister, dem Feldweibel, dem Fähnrich,dem Quartier-/Fouragemeister sowie dem Trossweibel.

Die durch die Ritter gestellten Männer werden eingeteilt in drei Rotten zu je zwei Gruppen und wählen sich ihre drei Rottmeister. Die übrigen 27 Männer werden als einfache Gardisten geführt.
Spielleute werden bei Bedarf aus einer der Rotten gezogen.
Des weiteren können bis zu 3 Fuhrleute dem Trossweibel unterstellt werden. Die Fuhrleute als Zivilisten gehören nicht zum stehenden Kader und werden bei Bedarf eingegliedert.

De facto wird die Truppe vom Feldweibel geführt, da die Ritter sich auf ihren jeweiligen Anwesen befinden.
Der Waffenmeister ist zuständig für die Waffenausbildung der Männer und den Zustand der Waffen.
In der Obhut des Fähnrichs befindet sich das Pennon der Garde. Auf dem Marsch trägt er es der Truppe vorweg, Im Gefecht schützt er es, notfalls mit seinem Leben. Das Pennon befindet sich im Regelfall in der Schreibstube im kleinen Haupthaus.
Dem Quartier./Fouragemeister obliegt es, die Quartiere und Verpflegung der Truppe zu überwachen und zu organisieren, wenn nötig.Er führt zusammen mit dem Feldweibel die Soldzahlungen durch.
Der Trossweibel führt die Aufsicht über die Fuhrleute sowie die Stallburschen und den Fuhrpark der Garde sowie der Baronin.

Die Garde trägt zum Zeichen ihrer Zugehörigkeit eine Schärpe in grau mit orangem Ahornblatt oder einen Wappenrock in goldbacher Farben.

Als Bewaffnung finden sich bei der Garde Hellebarden, „stumpfe“ Hiebwaffen ( Kriegshammer, Rabenschnabel, etc...) und Spieße sowie Bogen und Armbrust im Bedarfsfall.

Die Geschichte Goldbachs

Die Historie Goldbachs'
Niedergeschrieben durch die Äbtissin Anais Laviniatreu, Vorsteherin des Klosters St. Marguerite.

Im Jahre des Heils 152 n. J., als unsere geliebte Königin die Nordmänner durch ihren Liebreiz gefügig machte und ihnen das Land im Norden zu Lehen gab, da betrat mit Eirik Rotbart auch sein Gefährte Sievert Flinkhand, genannt Frauentröster, engonischen Boden.

Sievert wurde 165 n.J. ein Sohn geboren, der ward Yves geheißen. Da Sievert sein Leben im Kampfe an Eiriks Seite verbracht hatte, erhoffte er sich für Yves ein besseres Leben und sandte ihn in den Süden um Knappe eines Ritters zu sein. Als Eirik starb, kämpfte Sievert in den aufkeimenden Folgekriegen an der Seite eines von Eiriks Söhnen weiter, starb jedoch bald darauf in einem Scharmützel.

So lernte Yves nicht nur von Kindesbeinen bei seinem Vater den Kampf der Nordmänner, sondern auch die ritterlichen Tugenden, sowie den Kampf zu Pferd. Als sein Ritterschlag errungen war, kehrte er in den Norden zurück und stellte sich in die Dienste des Grafen Beauxchamps, in dem er einen kultivierten und gerechten Herrn erkannte.

Im Sommer 180 n. J. sandte Beauxchamps seinen Ritter nach Donnerheim, um am Turnier der Königin teilzunehmen. Lavinia hatte Yves mit Liebreiz und Tugendhaftigkeit gesegnet und so war er an der Turnierstatt bekannt und beliebt, während er mit großer Kunstfertigkeit seine Kämpfe focht und Siege errang. Auch wenn er unterlag, so tat er es mit Minniglichkeit und ward darüber zerknirscht, so dass es der Bewunderung, die man ihm entgegenbrachte, keinen Abbruch tat. Diese Bewunderung brachte Yves nicht nur Freunde, sondern auch Feinde, denn unziemlicher Neid nistete sich in den Herzen einiger Herren ein. Sie suchten den jungen Firngarder zu erniedrigen und seinen Stolz zu kränken, um ihn zu einem Treffen zu fordern, in dem er unterliegen sollte. Wenig sollten diese Missgünstigen wissen, dass er dieses Treffen aus ganz anderem Grund suchen würde!

Während er in Donnerheim weilte, wurde ihm zugetragen, dass einer der südcaldrischen Barone offenbar die Treue der Firngarder zur Königin ein Dorn im Auge war. Es wurde unter der Hand erzählt, dass er die marodierenden Banden der jedes Jahr angreifenden Nordleute mit Blutgeld bezahle, damit sie das Land verwüsteten und die neuen Untertanen der Königin schwach hielten. Von rechtschaffenem Zorn erfüllt, stellte Yves ihn zur Rede, doch sein Gegner schrie „Verleumdung!“ und „Niedertracht!“, so dass sich bald schon eine Menschenmenge um sie bildete. Yves warf seinem Gegner den Handschuh ins Gesicht, so voll Wut getrieben war und Stille senkte sich über das Volk, denn noch bevor die Sonne unterging, würde einer der beiden in seinem Blute liegen.

Der Königin wurde der Streit und sein Grund dafür angetragen und so erschien sie selbst an der Stätten, um Zeugin dieses Götterurteils zu sein. Der Herold verkündete das Treffen und bald schon donnerten die gerüsteten Krieger auf ihren Pferden aufeinander zu. Yves war jung und auch wenn er schon manchen Kampf geschlagen hatte, so war sein Gegner erfahrener. Die Lanzen splitterten und schon bald schlugen die Kämpfer mit Kriegsäxten aufeinander ein. Das Pferd unter Yves Gegner strauchelte und warf den Ritter ab. Während manch einer aus dieser Situation seinen Vorteil gezogen hätte, so zügelte Yves sein Pferd und saß ab, um keinen unlauteren Vorteil zu ziehen. Ein Raunen ging durch das Volk ob dieser Geste, auch wenn ihn insgeheim mancher einen Narren schalt, weil er dies tat.

Die Ritter zogen ihre Schwerter und der Kampf wogte heftig hin und her. Ein heftiger Hieb traf Yves am Kopfe und zwang ihn in die Knie. Benommen schüttelte er das edle Haupt und brachte erst im letzten Augenblick den Schildarm nach vorne um den kommenden Hieb aufzuhalten. Dieser war so mächtig, dass er Yves Schild spaltete und den Arm des Ritters zertrümmerte. Angstvolle Rufe erhoben sich, denn viele sahen schon das Ende des firngarder Kämpfers nahen, doch Yves biss die Zähne zusammen, griff sein Schwert und stieß es seinem Gegner mit einem gellenden Schrei durch das Visier.

Schwankend erhob sich Yves und das Blut floss in Strömen an ihm herab. Er wandte sich zur Königin und verneigte sich vor ihr, bevor er wie tot in den Sand des Turnierplatzes fiel. Die Heiler konnten den Arm des Ritters nicht retten, er wurde am Ellenbogen abgenommen. Am darauf folgenden Tage rief die Königin Yves zu sich und hieß ihn vor Zeugen niederknien. Dies waren ihre Worte:

„Tapfer und voller Glut habt ihr für das gekämpft, was ihr für billig und recht befunden habt, Herr Ritter, das Wohl Caldriens vor euren Augen. Nicht einmal diese fürchterliche Wunde, die ihr erhalten habt, konnte eure Tapferkeit verringern. Dies hat großen Eindruck auf uns gemacht! Wir ernennen euch zum Baron von Goldbach und geben euch unser Kronland zu Lehen, auf das ihr und eure Kinder auch in Zukunft tapfer und treu zu Seiten unseres Thrones steht. Erhebt euch, Yves Lioncoeur, Baron von Goldbach, denn euer Mut glich dem eines Löwen und so soll man euch fortan kennen!“

So wurde das Haus Lioncoeur Herr über Goldbach und ist es heute noch, Lavinia sei Dank und Preis dafür!

St. Marguerite – Schutzpatronin Goldbachs
Vor geraumer Zeit, als Nordcaldrien noch in den Nachwehen der Kämpfe mit den Firngardern lag, zogen plündernde Banditen durch das Land und nahmen der armen Bevölkerung das wenige, was ihnen geblieben war.

In einem kleinen Weiler lebte Marguerite, die Tochter des Köhlers. Sie war berühmt für die Segnungen, die sie von Lavinia erhalten hatte. In ihr vereinten sich die Lieblichkeit der Blumen mit der Güte und Anmut von Tauben. Ihr Herz war pures Gold und die Rehe des Waldes kamen um zu ihren Füßen zu ruhen.

Pere Bärensohn, der ungeschlachte, grausame Anführer der Banditen, vernahm von ihrer Schönheit und da er einer jener Männer war, die immer das bekamen, was sie begehrten, so dachte er auch die Köhlerstochter zu bekommen.

Also sandte er eine Bande seiner Rüpel los, um ihm das Mädchen zuzuführen. Doch die Männer und Frauen des Weilers taten sich zusammen und warfen die Banditen aus dem Dorf, denn sie wussten, dass Marguerite Lavinias Auserwählte war und wollten sich eher den Zorn der Banditen zuziehen, als die Göttin der Tauben zu enttäuschen, die ihnen ein solches Juwel anvertraut hatte. Es kam, wie es kommen musste.

Pere Bärensohn versammelte seine wüste Bande und griff das Dorf an. Binnen kurzer Zeit hatten sie alle überwältigt und trieben sie auf dem Dorfplatz zusammen. Marguerite war gezwungen worden sich im Wald zu verstecken, aber sie hörte wie Pere Bärensohn drohte für jedes Glas Wein das er trank einen Dorfbewohner zu töten!

Marguerite weinte bitterlich als sie solch götterlose Worte vernahm. Sie schürzte ihre Röcke, flehte zu Lavinia sie nicht zu verlassen und lief ins Dorf zurück. Als Pere Bärensohn sie sah, ließ er ein grausames Lachen hören, ergriff sie und zerrte sie zum Schrein der Lavinia, um ihr Gewalt anzutun!

Marguerite ließ sich mitführen wie ein Lamm zur Schlachtbank, doch diejenigen, an denen sie vorbeigingen, erzählten später das sie ein Messer in ihrem Bund blitzen sahen und hörten folgende Worte: „Oh, Lavinia, lichte Herrin, die Du die Menschen liebst! Verzeih mir das Sakrileg, das ich begehen werde, doch die Liebe zu den meinen zwingt mich mein eigenes Heil aufzugeben um sie zu retten. Ich nehme freudig die Ewigkeit jeder Hölle auf mich, die Du für nötig erachtest, aber ich flehe Dich an: verschone meine Leute!“

So flehte Marguerite in ihrer höchsten Not, während ihr Peiniger, blind vor wüster Lust, sie zum Schrein zerrte, um dort, angefüllt von Zügellosigkeit und tierhafter Wollust, seinen Willen mit ihr zu haben. Im Schrein angelangt warf Pere Bärensohn Marguerite zu Boden und stürzte sich auf sie - geradewegs in ihr Messer hinein!

Mit einem überraschten Gesichtsausdruck sackte Pere Bärensohn sterbend in Marguerites Armen zusammen. Verwundert blickte er sie an und versuchte ihr Gesicht zu berühren, denn in ihrem unendlich guten Herzen fand sie Mitleid für diesen Mann und Pere Bärensohn starb in der qualvollen Gewissheit wie sein Leben verlaufen wäre, wenn er es auf Liebe aufgebaut hätte und nicht auf Hass und Angst.

Als das übrige Gesindel gewahr wurde, was geschehen war, erhoben sie ein mächtiges Getöse und wollten sich sowohl auf Marguerite wie auf die unbewaffneten Dorfbewohner stürzen, als die Soldaten von Yves Lionceour im Dorf eintrafen.

Sie machten kurzen Prozess mit den Strauchdieben und Yves Lionceour, der Gründer des Hauses Goldbach wurde Zeuge von Lavinias Wunder: Dort, wo einen Augenblick zuvor noch Marguerite war, erhob sich ein Sturm aus Kirschblüten und trug sie mit sich fort. Und wäre das nicht Zeichen genug einer göttlichen Gnade gewesen, so erscholl eine Stimme, in der der Flügelschlag der Tauben und das Lachen von Liebenden lag: „Von nun an sei für immer bekannt, dass Marguerite mein Herz gerührt hat! Tränen, die sie für ihre Feinde vergoss, besiegelten ihren Platz an meiner Seite!“

So wurde Marguerite zur Heiligen der Kirche Lavinias und Yves Lionceour, der Zeuge dieses Wunders war, bat sie um die Gunst Patronin seines Hauses zu sein. zum Zeichen, das sie ihm dieses gewährte, erblühten an dem Tage, als er seine Braut heim führte alle Margueriten im Garten und blühen seitdem ununterbrochen.

Man sagt, an dem Tage an dem die letzte Blüte vergeht auch das Haus Goldbach vergehen wird. Mögen wir nicht leben um Zeugen davon zu werden!

Die Wirtschaftlichkeit Goldbachs
Frere Gerard, Chronist des Emilie Lioncoeur, Baron von Goldbach Über die Wirtschaftlichkeit der Baronie Goldbach im Jahre 258 n. J. unter der segensbringenden Herrschaft ihrer Gnaden Isabeau Lioncoeur, Baronin von Goldbach.

Ein Bericht, verfasst durch Frere Celestin, ihrer Gnaden Scriptor und Chronist.

Die Baronie Goldbach wird im Süden durch die Droor und im Osten durch die Bucht von Firanos begrenzt. Im Norden existieren keine bemerkenswerten landschschaftlichen Merkmale, die Goldbach zu Blanchefleur abgrenzen, während im Westen eine Kette niedriger Berge den königlichen vom goldbachschen Forst trennt.

Das Jahr 258 n.J. war, trotz der Geschehnisse, die das engonische Kaiserreich aktuell erschüttern, in wirtschaftlicher Hinsicht ein sehr erfolgreiches für die Baronie. Die Haupteinnahmequelle der Baronie, der Export der Güter Ahornsirup und Alamarstein, in fremden Landen auch Bernstein genannt, sind in diesem Jahre um drei einhundertstel gegenüber dem Vorjahr angestiegen, was nicht zuletzt dem Besuch ihrer Gnaden in Amonlonde zu verdanken sein wird.

Die Baronie ist weitestgehend autochthon in Bezug auf die Versorgung der Bevölkerung mit den Grundlagen des täglichen Bedarfs. Die weithin gerühmten Handarbeiten der Baronie, die einen wachsenden, wenn auch noch geringen, Posten des Exportes ausmachen, basieren auf Grundstoffen, die vor allem aus dem nördlichsten Rittergut de Blanche stammen.

Die Schafzucht von de Blanche findet auf den fruchtbaren Weiden des nördlichen Goldbachs statt, die den kurzen Landstrich zwischen den Ahornwäldern im zentralen Goldbach und den kargen Böden Blanchefleurs ausmachen. Die daraus resultierende Wollproduktion deckt den Bedarf der Baronie mit groben und feineren Garnen. Es ist bekannt, dass ihre Ganden selbst diese Garne nutzt. Der weiter oben erwähnte Handel mit Bernsteinen ist ein Privileg ihrer Majestät der Königin, welches dem Hause Goldbach vor nunmehr drei Generationen verliehen wurde. Gegen einen festgesetzten Zehnt sowohl an ungeschliffenen Steinen wie auch aus dem Handelserlös, wurde dem Haus Goldbach das Monopol der Bernsteinfischerei verliehen. Es scheint, dass der gegenwärtig herrschende bewaffnete Konflikt im Reich den Bedarf an diesem, vor allem in der Alchemie und Heilkunde genutzten, Edelstein gesteigert hat.

Das Küstengebiet, in welchem die Bernsteinfischerei hauptsächlich betrieben wird, ist zu großen Teilen dem Rittergut Merdrignac zugehörig, welches am nördlichen Delta der Droor gelegen ist. Der aktuelle Herr des Hauses Merdrignac, Chevalier Mathis, ist im Heer der Königin, so dass die Kontrolle der Fischerei und des Handels in den Händen seiner Ehefrau, der Dame Anouk, liegt. Diese führt ein strenges Regiment und ahndet Übertritte schwer, auch wenn es in letzter Zeit keine Hinrichtungen gab. Dies scheint ein weiteres Zeichen der inneren Stabilität der Baronie Goldbach in diesen schweren Zeiten zu sein.

Bezüglich der Forstwirtschaft ist das Rittergut de Muraille zu erwähnen. Es ist von den acht Rittergütern der Baronie das östlichste und kriegerischste. Der erste Murail war ein Verwandter und enger Freund von Yves Lioncoeur gewesen. Nachdem dieser während eines Zweikampfes seinen Schildarm verlor, wurde Murail zu seinem Schild und schützte seine linke Seite in allen kommenden Kämpfen. Er erhielt dafür das Rittergut, welches wir nun unter dem Namen Murail kennen. Dieses dichte Waldgebiet im Osten der Baronie erbringt nicht nur reiche Ernte in Ahornsirup, es ist auch für seinen Reichtum in jagdbarem Wild bekannt. Die Familie Murail erhielt bis auf weiteres das Privileg der uneingeschränkten Jagd und hat es bis heute inne. Wirtschaftlich gesehen ist jedoch der Gewinn an Nutzholz von größerer Bedeutung für die Baronie. Der Schiffsbau entlag der Droor bezieht seine Rohstoffe größtenteils von hier.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Baronie auch in diesem Jahr nicht nur ihren Verpflichtungen gegenüber der Krone in gewohnter Weise wird nachkommen können, sondern auch einen Gewinn erwirtschaftet hat, der trotz der derzeitig vorherrschenden Kriegswirren als nicht unerheblich zu bezeichnen ist.

Die Geschichte der Alamarsteine
Zu Anbeginn der Zeit tanzte Lavinia zur Freude ihres Bruders Alamar. Sie erfreute ihn so sehr, dass er ihr eine Freude machen wollte. Lavinia sagte, dass sie sich gerne einmal mit Alamars Strahlen schmücken wolle, sie seien so hübsch anzusehen. Alamar konnte ihr seine Strahlen nicht geben, da diese die zarte Haut seiner Schwester verbrennen würden. Also ließ er einige von ihnen zu Stein werden und wirkte daraus Kopfschmuck und Geschmeide. Lavinia war so glücklich über dieses Geschenk, dass sie erneut zu tanzen begann.

Sie tanzte über das Land und die Luft erfüllte sich mit ihrem Lachen, so dass es Frühling wurde. Aber Lavinia achtete nicht auf ihren Weg. Ihr Gewand verfing sich in den Steinen und sie stolperte. Der Kopfschmuck fiel herab und barst in unzählige, kleine Splitter, die von den Wellen ins Meer getragen wurden.

Lavinia weinte bitterlich über ihr Mißgeschick und ihre Tränen wurden zu Perlen, die ins Meer herabfielen.

Noch heute spült das Meer an der Ostküste Nordcaldriens Splitter des Alamarsteines an. Du erkennst sie daran, dass sie vom Meer nicht verschluckt werden können, sondern auf ihm schwimmen. Alamars Feuer ist noch immer lebendig in ihnen, denn sie brennen wie Kerzen wenn du sie anzündest.

Midsommer in Goldbach
In der Baronie Goldbach, nicht weit von Burg Goldbach entfernt, liegt ein See. Dieser See ist absolut kreisrund und bald schon begeht Goldbach dort einen der wichtigsten Feiertage der Lavinia.

Die Vorbereitungen dazu werden jedes Jahr bereits im sechsten Monat getroffen.

Die Legende besagt, dass Lavinia in einer sommerlichen Vollmondnacht auf diesen Weiher traf. Durch die Lichtung stand der Mond genau über dem Wasser und seine Strahlen spiegelten sich auf magische Weise darin. Es sah so aus, als ob der Mond für eine Nacht auf die Erde herabgestiegen war um ihr Gesellschaft zu leisten.

Lavinia war so vergnügt über diesen Anblick das sie laut lachte. Ihr Lachen zog die Menschen zu diesem Ort und sie sahen wie die lichte Göttin im strahlenden Licht des Mondes über die Wasser tanzte. Sie segnete die Männer und Frauen die gekommen waren mit ihrem Anblick und man erzählt sich, dass mehr als ein hübsches Kind in jener Nacht gezeugt wurde.

Jedes Jahr, in den Vollmondnächten nach der Sommersonnenwende, zieht der gesamte goldbachsche Hof in Pavillons um, die nur für diesen Zweck erbaut worden sind.

Die Feiern zu Ehren Lavinias dauern drei Nächte. Die Tage werden genutzt um sich auszuruhen und zu baden, es wird gepicknickt und gefaulenzt. Wenn die Dämmerung einsetzt, dann entzündet ein jeder eine Kerze, welche nur in diesen Nächten brennt.

Der Schein der Kerzen und des vollen Mondes ist das einzige Licht und so wundert es natürlich nicht, wenn sich jemand im Pavillon irrt oder aber aus dem Wald nicht wieder herausfindet, bis die Sonne am nächsten Morgen wieder aufgeht, n'est-ce pas?

Der Glaube Goldbachs

Goldbach ist sehr laviniagläubig. Details zu den caldrischen Riten sind auf der Lavinia-Seite zu finden.